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Covertext:
Eine Lieder- und Gedichtefolge, als Programm vorgesehen, kann bei mir entstehen, wenn ich neugierig auf einen Dichter bin, und das ist mir bei Brecht im Laufe der Jahre öfter vorgekommen. Die Lektüre muß wie ein erstes Kennenlernen sein. Verse, die man kennt, erschließen sich neu, bisher Überlesenes fällt als wichtig und schön auf, die Zeit, in der es entstanden ist, wird anders begriffen als beim letzten Lesen. Scheinbar hat sich der Dichter thematisch verändert, er gibt einem neue Aufgaben auf und scheint andere Lösungen oder auch nur Ermutigungen vorzuschlagen. So ging es mir auch bei der Zusammenstellung dieses Programms. In den Gedichten traten die Figuren und die Gedanken lebendig oder nur so scheinend auf, ganz abgestorben und als Gefahr oder bleibende Trauer dennoch vorhanden. Überraschend, aber selbstverständlich bestätigte die abgelaufene und erlebte Geschichte den Inhalten der Texte ihre Richtigkeit, und das wiederholt. Vorurteile konnten so zu Urteilen werden und Standpunkte sich festigen oder sicherer eingenommen werden. Sterbende äußern sich in der Nähe des Todes, ihn beschreibend und schon von ihm betroffen, Totes bleibt hartnäckig lebendig, auch notwendigerweise als Warnung vor einer Wiedergeburt, und die Lebenden sind von dieser Welt und keine Ideale.
Brecht schrieb:
Ich benötige keinen Grabstein, aber
Wenn ihr einen für mich benötigt
Wünschte ich, es stände darauf:
Er hat Vorschläge gemacht. Wir
Haben sie angenommen.
Durch eine solche Inschrift wären
Wir alle geehrt.
Vielleicht findet der eine oder andere einen Vorschlag beim Hören, der überrascht.
Ekkehard Schall
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