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Covertext:
Der schöne Fuchs
Lenin liebte die Jagd sehr, aber er konnte nur selten auf die Jagd gehen, dazu war keine Zeit. An der mangelnden Übung lag es sicher auch, daß er manchmal danebenschoß. Aber dadurch ließ er sich das Vergnügen nicht verderben.
Als er nach seiner Krankheit in Erholungsurlaub war, luden ihn Genossen ein, an einer Fuchsjagd teilzunehmen. Es war mitten im Winter, an einem schönen Frosttag.
Es war eine Jagd mit Fähnchen. Rund um den Wald, in dem der Fuchs lag, wurden rote Fähnchen in den Schnee gesteckt. Dann nahm jeder Jäger seinen Platz ein. Wladimir Iljitsch stand hinter einer riesigen Kiefer. Von ferne hörte man Hundegebell.
Dann krachte ein einzelner Schuß durch den Wald. Lenin stand mit dem Gewehr in der Hand auf der Lauer. Ringsum wurde es still. Wahrscheinlich war der Fuchs in einen anderen Teil des Waldes hinübergewechselt. Ein Vogel flog über Wladimir Iljitschs Kopf hinweg, er streifte einen Zweig an der Kiefer, so daß der Schnee leis herabstäubte. Langsam kreisend fielen die leichten Flocken.
Es war so schön und still im Wald.
Doch plötzlich zeigte sich hinter einem jungen Tannenbäumchen der Fuchs. Er schaute vorsichtig umher und streckte den Kopf vor, wahrscheinlich um zu wittern. Er hatte ein herrliches langhaariges, dichtes Fell. Besonders schön war der riesige buschige Schwanz. Wenn er ihn bewegte, flimmerten tausend rote Fünkchen in der Sonne.
Wladimir Iljitsch konnte vom Fuchs nicht gesehen werden, denn er stand hinter einer Kiefer.
Plötzlich machte der Fuchs einen Satz und stand dann still. Er lauschte, wobei er mit der Rute schlug und mit seinen dunklen flinken Augen ängstlich in die Runde schaute. Er witterte die Spur eines Menschen.
In diesem Augenblick hob ein leichter Windstoß die Fahne neben Lenin. Der Fuchs erschrak und flitzte zurück. Aber da kam schon ein alter Jäger gelaufen und rief Lenin ärgerlich etwas zu. Wladimir Iljitsch hatte das Gewehr gesenkt und stand ruhig da.
„Worum haben Sie nicht geschossen? Sie hatten ihn doch vor dem Schuß, Wladimir Iljitsch!“
Lenin lächelte und sagte: „Es tat mir leid um ihn. Er war so schön.“
aus „Geschichten über Lenin“ von A. J. Uljanow/A. Kononow
Der Textabdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Kinderbuchverlages Berlin.
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