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Covertext:
Ekkehard Schall
1952 holte Brecht den Zweiundzwanzigjährigen, der von Magdeburg über Frankfurt/Oder in die Hauptstadt gekommen war, an das Berliner Ensemble. Der Jose in Brechts „Die Gewehre der Frau Carrar“ war seine erste Rolle, es folgte der Eilif in „Mutter Courage“. Für Schall begann eine neue Zeit des Lernens, des bewußten Experiments und der erfolgreichen Versuche in sehr verschieden disponierten Rollen der Weltdramatik aus Vergangenheit und Gegenwart. Die gemeinsame Arbeit mit Brecht, vor allem an der Figur des jungen Hörder in Bechers „Winterschlacht“, sollte entscheidend werden für Schalls Entwicklung, deren Erfahrungen, Erkenntnisse und Fertigkeiten zusammengefaßt und potenziert wurden in seiner Darstellung des Arturo Ui, 1959. Die Kritik zählte Schall danach „zu den wenigen ganz großen Schauspielern der deutschen Bühne“. Ein Urteil, das 1960, während der Tournee des Berliner Ensembles im Pariser Theatre des Nations international bestätigt und nach der Darstellung des Coriolan beim Gastspiel im Londoner National Theatre auf die Formel gebracht wurde: „Schall, sicherlich einer der vollendetsten Schauspieler in Europa“. In der Auswahl des Programms, in seiner Interpretation bezeugt diese Schallplattenaufnahme Format und künstlerische Spannweite Ekkehard Schalls, und sie bezeugt seine Haltung zu Brecht und zur Wirklichkeit unserer Zeit.
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